Dienstag, 7. November 2017

Abraxas ist ein Rabe...


 

smh - Abraxas ist der Rabe aus einem absoluten Lieblingsbuch meiner Kindheit, nämlich "Die kleine Hexe" von Otfried Preussler. ABRAXAS ist auch der Name des Kinder- und Jugendliteratur-Festivals in Zug, welches am 4. und 5. November 2017 zum 7. mal stattfand.

Bei der letzten Durchführung vor zwei Jahren war ich leider verhindert, dieses Jahr habe ich es zumindest am Sonntag nach Zug geschafft. Die Teilnahme am Festival ist kostenlos! Man muss aber Tickets reservieren, da die Plätze an den Veranstaltungen begrenzt sind. Das Zielpublikum sind ganz klar die Kinder. Man kann unter vielen sehr unterschiedlichen Angeboten auswählen, und mir fiel die Wahl schwer.


An der Film-Lesung liess ich mir von Thomas Binotto auf äusserst lebhafte Weise erklären, wie man Filme "liest" und dadurch beim Filme schauen noch mehr Spass hat. Wir erfuhren, wie Action entsteht, und was Suspense ist, wieso die Erfindung des Tonfilms für die Kameraführung ein Rückschritt war und wo überall sich Buster Keaton und Jackie Chan bei ihren gefährlichen Stunts verletzten.


Jörg Hilbert, der Erfinder von Ritter Rost, erzählte uns wie Ritter Rost, das Burgfräulein Bö und der Drache Koks zusammen einen Schatz suchen und dabei erfahren, dass "das allergrösste Glück" nicht für alle das Gleiche bedeutet. Der Autor sang uns auch ein paar Lieder vor, und begleitete sich selbst mit einer Gitarre aus der Ritterzeit.


Die Schweizer Autorin Annette Lory hat mit ihrem Text "Wäre ich eine Schlange, könnte ich in eine andere Haut schlüpfen" den diesjährigen Baarer Raben gewonnen. Dieser wurde ihr am 30. Oktober übergeben, begleitet von einer szenischen Lesung durch eine 6. Schulklasse aus Baar. Für uns haben die Sechstklässler diese Aufführung wiederholt. Die kindlichen Stimmen der Lesenden, kombiniert mit dem Schauspiel ihrer Altersgenossen, gaben dem bildhaften und berührenden Text um eine schwierige Familiensituation eine weitere Dimension. Die Geschichte wird als SJW-Heft erscheinen.


Am Stand von Autillus, dem Verein der Kinder- und Jugendbuchschaffenden der Schweiz, wurden Neuerscheinungen der Mitglieder präsentiert. Wer genau hinschaut, kann auf dem Bild mindestens einen Titel eines Solothurner Autoren erkennen.


Im Elternhort wurde ein Sinnes-Parcours versprochen. An mehreren Posten konnte man sich ein Bild davon machen, wie Texte und Buchstaben für Menschen aussehen, deren Sinneswahrnehmung von der Norm abweicht - pro Schulklasse sind davon 2-3 Kinder betroffen.


Das Festival fand in einer Schulanlage mitten in der Altstadt von Zug statt. Rechts vor dem Eingang ist das InfoMobil "Bücher auf Achse" zu sehen, eine kleine Bibliothek auf Rädern. Wie man sieht war das Wetter regnerisch - und somit ideales Lesewetter.

Ich hoffe, dass das Festival auch 2019 wieder durchgeführt wird. Damit das möglich wird, sind die Organisatoren auf Unterstützung angewiesen. So kann man zum Beispiel dem Verein beitreten, oder sich mit einer Spende an den Unkosten beteiligen.

Für weitere Informationen empfehle ich die Website: www.abraxas-festival.ch

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